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Bayer Uhrig Architekten, Ökumenischer Kirchenpavillon, Landau, 2015-2020, Foto: Michael Heinrich

3+6 Vortragsreihe zum zeitgenössischen Sakralbau
Bayer Uhrig Architekten. Mi, 10.4.2019, 19 Uhr

Projekt: Neubau Ökumenischer Kirchenpavillon für die Landesgartenschau, 2015-2020
Landau in der Pfalz
Bayer Uhrig Architekten, Kaiserslautern

Vortrag: Prof. Dirk Bayer und Andrea Uhrig

BDA-Architekturpreis Rheinland-Pfalz, 2015

Um Anmeldung wird gebeten unter info@dg-galerie.de

Die Evangelische Landeskirche in der Pfalz bat Bayer Uhrig Architekten um einen Entwurf für einen Pavillon auf der Landesgartenschau, der sowohl für die Kirchentätigkeit der beiden großen Konfessionen während der Landesgartenschau als auch für andere Veranstaltungen dienen sollte. Auf christliche Symbolik sollte daher zu verzichtet werden. Der Pavillon wurde so konzipiert, dass alle Teile wiederverwendbar und wiederaufbaubar sind, da er nach der Beendigung der Gartenschau noch weitere fünf Jahre von beiden Kirchen bespielt werden sollte.

Das Haupttragwerk bilden vier räumlich gekrümmte Zweigelenkrahmen aus Stahl-Hohlträgern, die biegesteif mit Brettschichtholzstützen verbunden sind. Oberhalb der Rahmen sind die Dachträger schwertartig aufgelagert. Über dem Altar spannt sich ein drei Meter großes ‚Opaion‘ auf, dessen ringförmiger Stahlrahmen nur an den Dachträgern aufgehängt ist. Querkräfte, Biege- und Torsionsmomente überlagern sich.

Der Grundriss des Kirchenpavillons basiert auf einer elliptischen Grundfläche mit maximalen Abmessungen von 6,48 m x 20,32 m. Die Seitenwände werden von lichtdurchlässigen Holzlamellen gebildet, die je nach Sonneneinfall für ein dezentes Licht- und Schattenspiel sorgen. Die lamellenartige Raumbegrenzung erzeugt dabei weniger das Bild eines geschlossenen Raumes, als vielmehr das eines schützenden Daches, welches sich wie schwerelos über den Andachtsraum spannt. Die Lamellen verdichten sich zu einer Seite hin und geben dem dortigen Altar eine subtile, räumliche Begrenzung. Der Altar wurde von Madeleine Dietz in Stahl und Erde gefertigt.

Das Ziel der Architekten, eine »neue Sicht auf den Kirchenraum« zu ermöglichen und den Besuchern der Landesgartenschau somit einen alternativen Zugang zu dieser Thematik anzubieten, ist mit diesem Projekt geglückt.


Zur Reihe 3+6
Reduktion und Erneuerung von Sakralbauten

In der Vortragsreihe der DG 2019 stellen Architekturbüros ihre neuesten Projekte im Bereich Kirchenumbauten und Kapellen vor. Kapellen, kleine Andachtsräume, die oftmals auf Privatinitiativen zurückgehen, haben eine lange Tradition und erfahren gerade in den letzten Jahrzehnten wieder großen Zuspruch. Sie werden genutzt als Orte der Zuflucht und Stille und werden nicht als Bastionen des Glaubens angesehen. So bilderlos der neue Sakralbau ist, so präzise werden Architektur und künstlerische Beiträge geplant.

Die Kirche untersteht dem Wandel gesellschaftlicher Werte sowie demografischer und finanzieller Rahmenbedingungen. Das geht nicht selten mit neuen Aufgaben für den Kirchenraum einher, der baulichen Veränderungen unterzogen werden muss. Teilprofanierungen oder Verkleinerungen von Kirchenräumen sind Aufträge, mit denen Architekten immer häufiger konfrontiert werden.

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