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EMPFANGSHALLE, Waschende Hände, 2017, Videostandbild, Foto: EMPFANGSHALLE, (c) VG Bild-Kunst Bonn, 2017

Aktuelle Ausstellung
EMPFANGSHALLE ‚Wäsche’

Ausstellung 9.9. bis 11.11.2017
Eröffnung Fr. 8.9.2017, 18 bis 21 Uhr
19:30 Uhr

Begrüßung: Dr. Walter Zahner, 1. Vorsitzender
Einführung: Benita Meißner
Corbinian Böhm und Michael Gruber (EMPFANGSHALLE) sind anwesend.

In Kooperation mit dem Fachbereich Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising.

Im Rahmen der OPEN art eröffnet die Galerie der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst e.V. (DG), in Kooperation mit der Kunstpastoral der Erzdiözese München und Freising, die Ausstellung ‚Wäsche‘ des Münchner Künstlerduos EMPFANGSHALLE.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist die Intention, zwei Orte im Zentrum Münchens, die nicht unterschiedlicher sein könnten, mit ihren gesellschaftlichen Realitäten zu verknüpfen. Corbinian Böhm und Michael Gruber, die seit 2000 als  EMPFANGSHALLE zusammenarbeiten, schaffen dafür ein Bild. Gesammelt werden Kleider rund um St. Paul: Liturgische Gewänder, Altkleider der Gemeinde sowie Fundstücke obdachloser Wanderarbeiter, die auf den Stufen des Kirchenportals schlafen. Diese Kleidungsstücke werden zusammen in der Galerie gewaschen und zum Trocknen aufgehängt. So entsteht ein buntes Wäschebild der Gesellschaft des Bahnhofsviertels in einer der teuersten Lagen Münchens, am Odeonsplatz.

EMPFANGSHALLE, Waschgang, 2017, Rauminstallation mit Industriewaschmaschine und Wäscheleine, Installationsansicht, Foto: Gerald von Foris, (c) VG Bild-Kunst Bonn, 2017

Die Reinigung aller Kleidungsstücke in einer Maschine erscheint wie die Umsetzung des Bibelzitates Levitikus 19,18 in Anlehnung an die Übersetzung von Buber/Rosenzweig „Liebe deinen Nächsten, denn er ist wie du.“ Alle Menschen sind miteinander verbunden in ihrer Kreatürlichkeit, ihren Hoffnungen, Wünschen, Nöten, Abgründen und eben in der Notwendigkeit, sich regelmäßig zu waschen und zu kleiden. In der öffentlichen Diskussion werden vielfach die Unterschiede zwischen den Menschen betont, nicht aber das sie Verbindende. Durch ihre künstlerische Arbeit schafft EMPFANGSHALLE Szenarien, in denen das Bild des „Sich-Waschens“ analog zu gesellschaftlich relevanten Themen verhandelt wird. Sichtbar wird dies in der Galerie der DG in neuen Fotografien, Videos und einer Rauminstallation der Künstler.

EMPFANGSHALLE, Waschgang, 2017, Rauminstallation mit Industriewaschmaschine und Wäscheleine, Installationsansicht, Foto: Gerald von Foris, (c) VG Bild-Kunst Bonn, 2017

Der Kirchenraum in St. Paul wird mit den Waschvorgängen in der Galerie über eine Projektion auf der Rosette über dem Westportal der Kirche verbunden. Besucher des Kirchenraums haben zudem die Möglichkeit, an einer großen Waschstation Teil einer Videoarbeit zu werden. Besonders im Kontext des sakralen Raums klingen vielfältige Assoziationen an – Reinigung, Umkehr, Versöhnung. Partizipation von Dritten ist ein wesentlicher Bestandteil des künstlerischen Schaffens von EMPFANGSHALLE. Neben klassischen Skulpturen entstehen somit auch performative und ephemere Arbeiten, deren Verlauf das Unvorhersehbare durch die Interaktion der Menschen mit einbezieht.

EMPFANGSHALLE, „Waschende Hände“, 2017 (links) | „Gläubiger und Schuldner“, 2016 (rechts), Videoarbeit und Zweikanal-Videoinstallation, Installationsansicht, Foto: Gerald von Foris, (c) VG Bild-Kunst Bonn, 2017

Corbinian Böhm und Michael Gruber sind Preisträger des diesjährigen Kunstpreises der DG.