zurück
Kunze Seeholzer, Kapelle St. Benedikt, Kolbermooor bei Rosenheim, 2007, Foto:  Jann Averwerser, München

Architekturreihe 6+6
Kunze Seeholzer Architekten
Mi, 30.1.2019, 19 Uhr

Stefanie Seeholzer von Kunze Seeholzer Architekten stellt die Kapelle St. Benedikt in Kolbermoor bei Rosenheim vor (Fertigstellung 2007)

In der Tradition der Stiftskapellen konnte die Kapelle St. Benedikt inmitten des Parks einer ehemaligen Spinnerei realisiert werden. Das klassische Bild einer Kirche mit Kirchturm wurde aufgenommen und zeitgenössisch neu interpretiert.

Der Besucher betritt das Innere durch ein raumhohes Portal. Der Übergang zwischen Innen und Außen ist fließend. Auf Fensteröffnungen in den Wänden wurde bewusst verzichtet, um den Raum ausschließlich mit Zenithlicht zu inszenieren. Durch umlaufende Oberlichter löst sich der Raum nach oben hin auf, die Decke scheint zu schweben. Beton und Holz sind die gestaltgebenden Materialien. Das Spiel des Lichts, das von oben im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten den Raum durchdringt, wirkt als subtiles Ornament.

Das Projekt wurde 2008 mit dem internationalen Sakralbaupreis der Fondazione „Frate Sole“ ausgezeichnet.


Zur Reihe 6+6
6 Kirchenumbauten und 6 Kapellen

12 Architekturbüros stellen ihre Projekte im Bereich Kirchenumbauten und Kapellen vor.

Kapellen, kleine Andachtsräume, die oftmals auf Privatinitiativen zurückgehen, haben eine lange Tradition und erfahren gerade in den letzten Jahrzehnten wieder großen Zuspruch. Sie werden genutzt als Orte der Zuflucht und Stille und werden nicht als Bastionen des Glaubens angesehen. So bilderlos der neue Sakralbau ist, so präzise werden Architektur und künstlerische Beiträge geplant.

In der Vortragsreihe werden sechs neue Kapellen und sechs Projekte vorgestellt, in denen ein Kirchenraum umgebaut werden musste, um seine Funktion aufrechtzuerhalten. Kirchenräume unterstehen dem Wandel gesellschaftlicher Werte sowie demografischer und finanzieller Rahmenbedingungen. Kirchenräume verändern sich parallel zur Transformation der gesellschaftlichen Strukturen und müssen sich neuen Aufgaben anpassen und stellen. Das geht nicht selten auch mit einer baulichen Veränderung einher, die zu einer Teilprofanierung oder Verkleinerung des Kirchenraumes führt.


Die nächsten Termine:

26. Februar 2019, 19 Uhr                Hollenbeck, Köln, Christuskirche (2013-2016)

26. März 2019, 19 Uhr                     Meixner Schlüter Wendt Architekten, Frankfurt a. M., Ev. Dornbuschkirche (2006)

10. April 2019, 19 Uhr                      Bayer Uhrig Architekten, Landau, Ökum. Pavillon auf der Landesgartenschau (2015)