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Böhler & Orendt, Sebastian Tröger - Fürchtet euch (nicht)!
Ausstellungsansicht, Galerie der DG - Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst, 2017
Foto: Gerald von Foris

‚Fürchtet euch (nicht)!‘
5.5.2017 – 22.07.2017

Böhler & Orendt, Sebastian Tröger

Eröffnung: Donnerstag, 4. Mai 2017, 18 bis 21 Uhr
19:30 Uhr Begrüßung Dr. Stefan Graupner, Mitglied des Gesamtvorstand
Einführung: Benita Meißner
Die Künstler sind anwesend.

Ausstellung 5. Mai bis 22. Juli 2017

 

Die Welt ist in Aufruhr. Haben die Menschen die Einladung, sich die Erde untertan zu machen, falsch verstanden? Schon die von den Künstlern für den Ausstellungstitel gewählte Exklamation ‚Fürchtet euch (nicht)!‘ lässt uns überrascht innehalten und nachdenklich werden. Der wichtigste Teil des Heilversprechens wird in Klammern gesetzt und so (fast) ins Gegenteil verkehrt. Was ist mit diesem offensichtlichen Verweis auf den Verkündigungsengel gemeint?

Spielerisch, mit Liebe zum Detail und voller Phantasie laden die Künstler Böhler & Orendt und Sebastian Tröger dazu ein, uns mit Fragen nach Moral, gesellschaftlichen Verpflichtungen, der menschlichen Natur und allgemein dem Zustand der Welt auseinanderzusetzen.

Sebastian Tröger (*1986) konzentriert sich in seiner monumentalen, apokalyptisch anmutenden Wandarbeit auf die Ängste der Gesellschaft. Das Gemälde ‚Die große Angst‘ verknüpft kunsthistorische Bezüge mit aktuellem Zeitgeschehen: das Floß der Medusa berichtet hier nicht von schiffbrüchigen französischen Eroberern, sondern weckt Assoziationen an jüngste Ereignisse im Mittelmeer. Ein bedrohlich schwarzer Adler spuckt neuartige Viren und Bakterien aus. Phobos und Ares erobern die Welt. All das geschieht, während der Künstler, rücklings wie der kleine Häwelmann, eine Blume empor hält. Die Geste ein Hoffnungsschimmer?

Matthias Böhler (*1981) und Christian Orendt (*1980) reflektieren in ihrem gemeinsamen künstlerischen Werk die Dissonanz zwischen Überzeugung und Wirklichkeit, die Konstruktion von Weltbildern sowie die daraus resultierenden gesellschaftlichen Strukturen. ‚Beyond all Cares of the World‘ birgt als raumfüllende, begehbare Installation und Gehäuse für weitere Kunstwerke eine Gegenwelt. Das Raumschiff in Känguruform stellt eine moderne Arche dar – allerdings ohne Noah als ihren Baumeister und Steuermann. Anhand von Zeichnungen und Skulpturen in deren Innenraum verdichten die Künstler ihre Erzählung zu einer eigenen Realität: Die Tiere träumen von einer Flucht von der für sie zunehmend unwirtlichen Erde, und zwar ohne den Menschen, mit dem sie alles in allem keine guten Erfahrungen gemacht haben.

Obwohl die Werke unabhängig voneinander entstanden sind, verschränken und verflechten sich die Themen und nehmen aufeinander Bezug. Es gilt zu klären, ob ein ursprünglicher, zivilisationspsychologischer Zusammenhang besteht zwischen der ideologischen Selbstermächtigung des Menschen zu gewaltsamer Unterwerfung der Natur und seiner Gewaltbereitschaft gegenüber seinen Artgenossen.

Böhler & Orendt, Sebastian Tröger - Fürchtet euch (nicht)! Ausstellungsansicht, Galerie der DG - Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst, 2017 Foto: Gerald von Foris

Böhler & Orendt, Sebastian Tröger - Fürchtet euch (nicht)! Ausstellungsansicht, Galerie der DG - Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst, 2017 Foto: Gerald von Foris