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Magdalena Jetelová ‚Essential is Visible‘
11.9. bis 7.12.2019

Eröffnung der Ausstellung
Dienstag, 10. September 2019, 18 bis 21 Uhr
19:30 Uhr Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Andreas Kühne, Vorstand VAH | Benita Meißner, Kuratorin

Ausstellung bis 7.12.2019

Mit der Ausstellung ‚Essential is Visible‘ stellt die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst den jüngsten Werkzyklus der tschechischen Künstlerin Magdalena Jetelová vor. Seit vielen Jahren erscheint das Thema der Grenze, der Ausgrenzung oder Markierung zentral in Jetelovás Arbeit. Dabei ist der Zeitbezug eine bedeutende inhaltliche Komponente.

Das jüngste Projekt ‚Pacific Ring of Fire‘ greift eine der drängendsten Fragen unserer Zeit auf: die Veränderung unseres Lebensraumes durch den Klimawandel. Ein Rezeptionsraum, der Ausstellungsraum sein kann, hat für Jetelová das Potential eines geistigen Areals, von dem streitbare künstlerische Impulse ausgehen können, ob nun in Form von rotem Rauch, Feuer oder Eisschmelze. Die Verankerung im Jetzt erfolgt aber auch durch die Art und Weise, wie Jetelová Kunst und Wissenschaft zusammenführt. 

Die Arbeiten zu ‚Pacific Ring of Fire‘ kann man als Weiterentwicklung des ‚Iceland Projects‘ sehen, da beide Projekte Naturgrenzen thematisieren. Während der Laserstrahl in Island der Form eines Bergrückens folgt, der sich da, wo die europäische und die amerikanische tektonische Platte aufeinander treffen, erhebt, werden in Patagonien mathematische Berechnungen der geologischen Nahtstelle markiert, da deutliche Erhebungen wegen des ‚ewigen‘ Eises nicht zu sehen sind. Nachrichten wie ‚Essential is visible‘ wurden mit einem Laserpointer auf die sich verändernden, zum Teil einstürzenden Eisberge geschrieben. Besonders in der Nähe der Pole führt zum heutigen Zeitpunkt der Klimawandel zu drastischen geologischen Veränderungen und wird durch die fotografischen Aufnahmen als bedrohter Lebensraum in der Ausstellung präsent.

Die heute in München lebende Künstlerin wurde in den 1970er und 1980er Jahren durch ihre monumentalen, archaischen Skulpturen international bekannt. Ihre künstlerische Ausdruckskraft formierte sich unter den Rahmenbedingungen einer sozialistischen Tschechoslowakei, die sie erst 1985 verlassen hat. Das Arbeiten ohne Grenzen entwickelte sich aus dem Arbeiten ohne Atelierräume: Die Werke waren von Anfang an für die Öffentlichkeit geschaffen und nicht für Innenräume. So entwickelte sich Jetelovás Kunst stets weg von der Skulptur im Raum hin zu einer Auffassung des Raumes als Skulptur. Die künstlerische Inszenierung spezifischer Raumerfahrungen zieht sich demnach wie ein roter Faden durch ihr Werk.

Das Oeuvre der Künstlerin kann als Meditation über die Endlichkeit des Daseins, des individuellen Lebens wie auch des Planeten Erde verstanden werden, wie auch als Reflexion über die Möglichkeiten, der Verwüstung – der Physis wie der Seele – etwas entgegenzusetzen.

Wir bedanken uns für die Förderung durch den Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V., München sowie bei der Hypo-Kulturstiftung für ihre Unterstützung.

 

Ausstellungsansicht, Magdalena Jetelová, ‚Essential is Visible‘, Galerie der DG, 2019, Foto: Gerald von Foris

Am 8. November 2019 eröffnet die Walter Storms Galerie von 19 bis 21 Uhr die Ausstellung ‚Magdalena Jetelová. Pacific Ring of Fire‘. Die Ausstellung ist dort bis zum 25.1.2020 zu sehen.

Mehr Informationen finden Sie hier:

https://www.storms-galerie.de/en