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Sichtlinien des Möglichen, 2018, Neon, Spiegel, 210 x 45 x 45 cm, Foto: Studio Kowanz © Bildrecht, Wien 2018

Vorschau
‚Sichtlinien des Möglichen‘
Brigitte Kowanz
Eröffnung Do, 21.2.2019, 18 bis 21 Uhr

19:30 Uhr
Begrüßung: George Resenberg, 1. Vorsitzender VAH und Lioba Leibl, 3. Vorsitzende DG
Einführung: Wilhelm Christoph Warning, Publizist und Kunstkritiker, Vorstand VAH

Ausstellungslaufzeit: 22. Februar bis 4. Mai 2019

Mit der Einzelausstellung ‚Sichtlinien des Möglichen‘ präsentiert die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst e.V. neuere Werke der österreichischen Künstlerin Brigitte Kowanz (*1957, Wien). Nicht erst seit ihrem überzeugenden Auftritt im Österreichischen Pavillon auf der Biennale von Venedig 2017 ist ihr Werk international bekannt. Bereits seit den 1980er Jahren konzentriert sich ihr Schaffen auf Zeichen und Sprache, die mittels Neonlicht zu leuchtenden Codes werden. Diese fungieren als visuelle Poesien als auch analytisch präzise Definitionen gleichermaßen.

Auftakt der Ausstellung ist die Einweihung einer eigens für die Räumlichkeiten konzipierten Arbeit der Künstlerin, die die DG mit dem Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V. in Auftrag gegeben hat. Die Lichtinstallation besteht aus drei interagierenden Kuben aus Zweiwegspiegeln, Spiegeln und Neonschriften. Die Leuchtschriften sind auf einem Innenkubus aus Glas montiert. Der Text ‚Sichtlinien des Möglichen‘ erstreckt sich über die drei Kuben und innerhalb der Außenkuben über verschiedene Seiten der Innenkuben in weißem und gelbem Neonlicht. Die Skulptur befindet sich im Innenraum der Galerie und öffnet sich über die Glasfassade zum Außenraum. Damit wird sie zu einem wahrnehmbaren Lichtzeichen im Straßenbild. Die Arbeit kann aus unterschiedlichen Entfernungen und Blickwinkeln wahrgenommen werden und erschließt dabei immer neue Lichträume. Es ist das erste Kunstwerk, das den neuen Räumen in der Finkenstraße eine langfristige Prägung geben wird.

Als Sichtlinie bezeichnet man die Linie, von der aus eine Straße oder Kreuzung eingesehen werden kann. Der Text zielt nicht auf eine eindeutige Aussage ab, vielmehr eröffnet er immer neue Perspektiven, eine Vielzahl an visueller und ideeller Ebenen. Doch das Werk markiert auch eine Grenze zwischen dem großen Ganzen, der Siemens Konzernzentrale, und dem darin integrierten nicht kommerziellen Bereich des christlichen Kunstvereins. Hier ist alles möglich, da die Künstler ihrer Kreativität freien Lauf lassen können.

In der Ausstellung gilt es zudem eine neue Werkserie von Brigitte Kowanz zu entdecken: Zeichnungen, die sich aus dem Text ‚Sichtlinien des Möglichen‘ entwickeln und die Buchstaben als Architektur neu interpretieren. Desweiteren tauchen Wandvitrinen und eine Bodenskulptur den großen Ausstellungsraum in blaues Licht. Textbotschaften wie ‚A Sight to Behold‘, ‚inspiration‘, ‚opportunity‘ und ‚keep at it‘ animieren den Besucher, sich in diese Begriffe fallen zu lassen und diese nicht nur visuell auf sich wirken zu lassen. Die Schrift für die Neonarbeiten wird aus der Handschrift der Künstlerin entwickelt, und das zutiefst Menschliche ist dadurch auch in die industriellen Materialien Glas und Metall eingeschrieben. Diese handgeschriebenen Botschaften reflektieren sich über Spiegel und Zweiwegspiegel ins Unendliche und eröffnen neue Lichträume. Ihre Werksprache erscheint puristisch und zeitlos.

Brigitte Kowanz über ihre Arbeit: „Licht ist der Grundstock für alles, die Grundlage für Leben. Es macht alles sichtbar und ist dabei selbst unsichtbar. Dabei ist es immer wieder eine neue Herausforderung, mit Licht als Material zu arbeiten. Vor allem, weil es so vielfältig ist. Mit Licht lassen sich Räume erzeugen, man kann damit aber auch informieren und Daten transportieren. In Lichtgeschwindigkeit.“

HINWEIS

Bis zum 16. März 2019 ist in der Galerie Häusler Contemporary Zürich die Einzelausstellung »Matter of Reflection« mit Arbeiten von Brigitte Kowanz zu sehen.

Häusler Contemporary Zürich
Stampfenbachstrasse 59, CH-8006 Zürich
Tel +41 43 810 04 26 | Fax +41 43 810 04 27